Denken

Dienstag, 7. April 2009

Das Herz ist ein Irrer

Sitze wieder auf dem Balkon, wenn die Sonne sich langsam hinter die Hügel zurückzieht. Manchmal ist mir meine Begeisterung für den Balkon selbst nicht klar, der Balkon ist klein, dreckig, ich sitze auf einem wackeligen Hocker mit meiner Zigarette, unten auf der Straße rauschen die Autos vorbei, es gibt romantischere Orte, aber ich sitze nun einmal auf dem Balkon und denke an dich.
Vielleicht bist du ja in der Stadt, denke ich, doch warum solltest du in der Stadt sein? Es hält mich kaum an meinem Platz, möchte unablässig durch die Stadt streifen, bis die Füße bluten, vielleicht sitzt du ja in einem Café, oder auf der Steintreppe am Marktplatz, auf die ich mich so gern mit dir gesetzt hätte, damals, als es noch zu kalt war.
Nun, warum solltest du in der Stadt sein? Nur, damit ich einen Grund zum Träumen habe? Male mir unser Wiedersehen aus, die verschiedensten Möglichkeiten, von "Ich laufe an dir vorbei, versuche, deinen Blick zu fangen und du erkennst mich gar nicht wieder" über "Betretenes Schweigen" bis hin zu "Ich hab die ganze Zeit an dich gedacht und lass es uns jetzt richtig angehen, lass uns an der Lahn spazieren gehen und ein Zitroneneis essen und morgen gucken wir uns vom Schloss aus den Sonnenuntergang an" und ich weiß genau, welches Szenario ich am realistischsten finden soll - wenn überhaupt, denn die Wahrscheinlichkeit, dass du in der Stadt bist, ist so gering, dass ich keinen weiteren Gedanken an dich verschwenden sollte.
Ich bin hier auf dem Balkon, allein mit den Gedanken, die mich wahnsinnig machen, Gedanken an dich, habe mittlerweile Mühe, dein Gesicht vor meinem inneren Auge zu rekonstruieren, nur deine Stimme, sie ist immer noch so deutlich in meinem Kopf.

Montag, 6. April 2009

Eimerweise

Neben deinem Bett stehen Eimer, zwei mittlerweile, und jede Nacht weinst du sie voll und morgens, im ersten Morgengrauen, ehe dich irgendjemand sehen kann, quälst du dich auf die Straße; die Eimer sind zu schwer und die Tränen schwappen über deine Schuhe, und du leerst die Eimer im Rinnstein aus und siehst deinen Tränen hinterher, wie sie träge versickern, manchmal werden sie ganz braun, wenn zu viel totes Laub im Rinnstein liegt, manchmal werfen sie kleine Blasen. Die Eimer, leichter jetzt; dein Herz, leichter jetzt, und du schleichst zurück, stellst die Eimer an ihren Platz, setzt dich hin, faltest die Hände im Schoß und wartest auf den Abend.

Freitag, 3. April 2009

Du fehlst mir beim Zähneputzen.

Seitdem ich nicht mehr mit dir rede, rede ich eigentlich mit niemandem mehr, zumindest habe ich dieses Gefühl. Du und ich, das war etwas so Besonderes; die Dinge, die ich dir gesagt habe, kann ich nicht einfach anderen erzählen. Nächtliche Sehnsüchte in den dunklen Himmel schreien. Doch ich erzähle den Anderen gern von dir, von dir und Morrissey, und von all den verpassten Chancen. Ich sage, dass du dich verändert hast, dass sie daran Schuld ist, wie immer eben, was man so sagt, wenn man nicht an dem Gesagten verzweifeln möchte. Ich vermisse dich und die Worte, die mich um den Schlaf brachten. "Gute alte Zeit", denke ich manchmal und setze mich auf den Balkon, nachts, wie damals, mit dem alten Notizbuch auf den Knien und einer Zigarette und ich warte darauf, dass mein Herz überquillt, wie damals, dass Worte durch den Stift aufs Papier sprudeln, du und ich, und Liebe, ein bisschen, kein klarer Gedanke; es waren so schöne Nächte, verwirrt, schlaflos, verliebt. Doch wir reden nicht mehr miteinander, ich bin nicht mehr in dich verliebt und weiß nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll, Fakt ist, mein Herz fühlt sich so leer an, nichts mehr zum Überquellen und Sprudeln, wo ist meine Begeisterung? Gegangen ist sie, mit dir.

Für C.
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shyness is nice

Julia

so, yes, there are things worse in life than never being someone's sweetie. twitter/last.fm/ehemaliges. träumer/tänzer.

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Zuletzt aktualisiert: 10. Jul, 15:09

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