I'm throwing my arms around Offenbach
MR, 17:37. Wie durch ein Wunder den Zug nach Frankfurt noch bekommen, durch den Nieselregen gehetzt und zwischen die sich schon schließenden Türen geworfen. "Hast du so eine Liste mit Lieblingsliedern geschrieben, die du dann, wenn er sie gespielt hat, abhakst?", hat er mich gefragt, nein, bisher noch nicht. "Oh, das mach ich gleich. Aber ein bisschen nerdig ist das schon, oder?" "Ja, schon."
# Let Me Kiss You
# Life Is A Pigsty
# That's How People Grow Up
# I Have Forgiven Jesus
# Everyday Is Like Sunday
# William, It Was Really Nothing
# Angel, Angel, Down We Go Together
Es regnet und ich fahre zu Morrissey. Ich habe ein Kribbeln im Bauch, das mit Worten nicht zu beschreiben ist.
OF, 19:29. Ich bin drin! Es ist heiß im Capitol-Foyer, es stapeln sich Peta-Stände, brezelessende Mittdreißiger und Flyerverteiler. Meine Laune ist gut, ich wäre nur nicht so gern allein. Und ich habe keine Ahnung, wo ich hin muss. Hänge so lange am Merchandise-Stand herum und diskutiere mit mir selbst, ob ich mir ein T-Shirt für 30 € leisten kann. Kann ich nicht.
OF, 20:05. Die Vorband Doll And The Kicks beginnt und ist gar nicht so schlecht, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Die Sängerin hat eine riesige Schleife auf dem Kopf und wackelt damit herum, das sieht lustig aus, und sie hat auch noch eine sehr schöne Stimme, Yeah Yeah Yeahs-Vergleiche drängen sich auf. Ungeduld wabert durch den Raum, jedenfalls um mich herum. Meine Vorfreude steht neben mir und zwinkert mir freundlich zu. Noch ein bisschen umbauen und dann, und dann!
OF, ca. 20:55. Es wird dunkel und ich habe Herzklopfen. Immer wieder brandet Applaus auf und die Naiven recken ihre Hälse, doch dann gibt es einen Blitz und einen Knall und dann stehen Morrissey und seine Band vor einem silbrigen Glitzervorhang, er schwingt sein Mikrokabel und dann eröffnet This Charming Man den Abend. Und es ist unfassbar. Da steht tatsächlich Morrissey vor mir auf der Bühne und schwingt das Kabel hin und her, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Eine homogene Mischung aus Altem und Neuem, wobei ich zumindest den Eindruck habe, die You Are The Quarry-Lieder erhielten die größte Resonanz. Kein Wunder: Bei Let Me Kiss You, an der schönsten Stelle, schält er sich aus seinem Hemd und wirft es in die Menge. Bei den alten Hits singen die Mittdreißiger um mich herum enthemmt mit und bei I'm OK By Myself liegen wir alle miteinander auf dem Boden und werfen unsere Herzen auf die Bühne. Der Sound ist fantastisch, die Band ist klasse, alles ist so wunderbar und nach First of the Gang to Die wird es plötzlich wieder hell und ich muss mir in den Arm kneifen um zu verstehen, dass das jetzt schon wieder vorbei ist, keine zweite Zugabe, keine weiteren Lieder, die ich aus meiner Liste abhaken kann. Ich mag ja eigentlich keine langen Konzerte, aber meinetwegen hätte er noch drei Stunden spielen können. Im Nachhinein kommt es mir unwirklich vor.
FFM, 22:30. In der U-Bahn meckert eine Dame, für so ein kurzes Konzert seien 52 € vollkommen überteuert und das ginge ja nicht. Eigentlich möchte ich kommentieren, dass dieser Dienstleistungsanspruch vollkommen daneben ist, möchte mich aber nicht aus meinen Erinnerungen reißen lassen. Es war traumhaft, Morrissey live gesehen zu haben, den Mann, der auf mich aufpasst. Ich bin unendlich dankbar für diesen Abend, das beste Geburtstagsgeschenk, das ich jemals bekommen habe. Ich bin so froh, dass es ihn gibt.
Setlist
# Let Me Kiss You
# Life Is A Pigsty
# That's How People Grow Up
# I Have Forgiven Jesus
# Everyday Is Like Sunday
# William, It Was Really Nothing
# Angel, Angel, Down We Go Together
Es regnet und ich fahre zu Morrissey. Ich habe ein Kribbeln im Bauch, das mit Worten nicht zu beschreiben ist.
OF, 19:29. Ich bin drin! Es ist heiß im Capitol-Foyer, es stapeln sich Peta-Stände, brezelessende Mittdreißiger und Flyerverteiler. Meine Laune ist gut, ich wäre nur nicht so gern allein. Und ich habe keine Ahnung, wo ich hin muss. Hänge so lange am Merchandise-Stand herum und diskutiere mit mir selbst, ob ich mir ein T-Shirt für 30 € leisten kann. Kann ich nicht.
OF, 20:05. Die Vorband Doll And The Kicks beginnt und ist gar nicht so schlecht, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Die Sängerin hat eine riesige Schleife auf dem Kopf und wackelt damit herum, das sieht lustig aus, und sie hat auch noch eine sehr schöne Stimme, Yeah Yeah Yeahs-Vergleiche drängen sich auf. Ungeduld wabert durch den Raum, jedenfalls um mich herum. Meine Vorfreude steht neben mir und zwinkert mir freundlich zu. Noch ein bisschen umbauen und dann, und dann!
OF, ca. 20:55. Es wird dunkel und ich habe Herzklopfen. Immer wieder brandet Applaus auf und die Naiven recken ihre Hälse, doch dann gibt es einen Blitz und einen Knall und dann stehen Morrissey und seine Band vor einem silbrigen Glitzervorhang, er schwingt sein Mikrokabel und dann eröffnet This Charming Man den Abend. Und es ist unfassbar. Da steht tatsächlich Morrissey vor mir auf der Bühne und schwingt das Kabel hin und her, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Eine homogene Mischung aus Altem und Neuem, wobei ich zumindest den Eindruck habe, die You Are The Quarry-Lieder erhielten die größte Resonanz. Kein Wunder: Bei Let Me Kiss You, an der schönsten Stelle, schält er sich aus seinem Hemd und wirft es in die Menge. Bei den alten Hits singen die Mittdreißiger um mich herum enthemmt mit und bei I'm OK By Myself liegen wir alle miteinander auf dem Boden und werfen unsere Herzen auf die Bühne. Der Sound ist fantastisch, die Band ist klasse, alles ist so wunderbar und nach First of the Gang to Die wird es plötzlich wieder hell und ich muss mir in den Arm kneifen um zu verstehen, dass das jetzt schon wieder vorbei ist, keine zweite Zugabe, keine weiteren Lieder, die ich aus meiner Liste abhaken kann. Ich mag ja eigentlich keine langen Konzerte, aber meinetwegen hätte er noch drei Stunden spielen können. Im Nachhinein kommt es mir unwirklich vor.
FFM, 22:30. In der U-Bahn meckert eine Dame, für so ein kurzes Konzert seien 52 € vollkommen überteuert und das ginge ja nicht. Eigentlich möchte ich kommentieren, dass dieser Dienstleistungsanspruch vollkommen daneben ist, möchte mich aber nicht aus meinen Erinnerungen reißen lassen. Es war traumhaft, Morrissey live gesehen zu haben, den Mann, der auf mich aufpasst. Ich bin unendlich dankbar für diesen Abend, das beste Geburtstagsgeschenk, das ich jemals bekommen habe. Ich bin so froh, dass es ihn gibt.
Setlist
bedsitter - 14. Jun, 13:04
