Eimerweise
Neben deinem Bett stehen Eimer, zwei mittlerweile, und jede Nacht weinst du sie voll und morgens, im ersten Morgengrauen, ehe dich irgendjemand sehen kann, quälst du dich auf die Straße; die Eimer sind zu schwer und die Tränen schwappen über deine Schuhe, und du leerst die Eimer im Rinnstein aus und siehst deinen Tränen hinterher, wie sie träge versickern, manchmal werden sie ganz braun, wenn zu viel totes Laub im Rinnstein liegt, manchmal werfen sie kleine Blasen. Die Eimer, leichter jetzt; dein Herz, leichter jetzt, und du schleichst zurück, stellst die Eimer an ihren Platz, setzt dich hin, faltest die Hände im Schoß und wartest auf den Abend.
bedsitter - 6. Apr, 20:22
